Aktion zum Gläsernen Deutschen
Am vergangenen Samstag stellte die GRÜNE JUGEND Ludwigsburg einen Infostand in Marktplatz nähe auf. Thema war Datenschutz, wer welche Daten über wen hat, was man dagegen tun kann und welche Gesetze man auf seiner Seite hat. Auslöser für diese Aktion war die Erfahrung eines Mitgliedes, dass durch eine Datensammelfirmen erfahren musste wie viel über ihn bekannt ist: politische Einstellung, sexuelle Orientierung, welches Auto er fährt, wie viel er verdient, usw. Tatenloses Zusehen kann aber verhindert werden. Die GRÜNE JUGEND informierte Passantinnen und Passanten über diese Umstände und gab die Möglichkeit etwas dagegen zu tun.
Vorgedruckte Briefe an die sechs größten Datenhandelsfirmen in Deutschland sollten unterschrieben und abgeschickt werden. Die Aufforderung in den Briefen lautete, die gesammelten Daten über die eigene Person preis zu geben, zu löschen und das eigene Profil zu sperren, so dass keine weiteren Daten mehr gesammelt werden dürfen. Die Forderung beruft sich auf das Bundesdatenschutzgesetz § 34 und hat damit juristische Grundlage. Wie viel über die eigene Person tatsächlich bekannt ist, machten die Jugendliche deutlich, indem sie sich Pappschilder umhängten, die ungefähr genauso viele Informationen enthielten wie eine Profilseite in den beliebten Sozialen Netzwerken. Gezeigt werden sollte, dass man auf der Straße doch auch niemanden mit diesen Angaben gleich konfrontieren würde -weshalb also im Netz?
Insgesamt unterschrieben 36 Personen die Briefe, die gleich verschickt wurden. Den Firmen wurde eine Frist bis zum 2.August gegeben, um den Forderungen nachzukommen. Angeschrieben wurden unter anderem die Deutsche Post, AZ Direct, Arvato, Payback.

