Die Arroganz der Macht durchbrechen: Moratorium für Stuttgart 21 jetzt!
26. August 2010
Pressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg
Anlässlich des Beginns der Abrissarbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof für das Projekt „Stuttgart 21“ erklärt die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg:
„Die vielfältige, kreative und friedliche Protestbewegung, die sich in den vergangenen Wochen und
Monaten etabliert hat, ist beeindruckend – und sie wird immer größer. Anstatt sich mit der berechtigten Kritik von Bürgerinnen und Bürgern, VerkehrsexpertInnen und Fachverbänden ernsthaft auseinander zu setzen, verweigern die ProjektbefürworterInnen jeden Dialog. Stattdessen wird jetzt versucht, mit Bagger und Abrissbirne Fakten zu schaffen. Durch diese Arroganz der Macht vergiften CDU, FDP und SPD nicht nur das politische Klima in der Stadt Stuttgart, sondern im ganzen Land. Politisches Handeln findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern im gesellschaftlichen Diskurs. Es ist unakzeptabel, dass sich Mappus, Drexler, Grube und Co. im Elfenbeinturm verschanzen und so tun, als sei nichts gewesen – während regelmäßig Zehntausende in der Landeshauptstadt auf die Straße gehen. Um endlich einen ernsthaften Dialog zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen des Projekt anzustoßen, ist es höchste Zeit für ein Moratorium für Stuttgart 21. Es sollten endlich alle Fakten auf den Tisch kommen und ausführlich diskutiert werden können“, meint Oliver Hildenbrand, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg.
Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg lehnt das milliardenschwere Bahnprojekt, dessen endgültige Baukosten noch im Dunkeln liegen, entschieden ab. „Das Großprojekt Stuttgart 21 wird uns keine maßgeblichen Vorteile bringen, sondern andere, wichtigere Bahnprojekte wie den Ausbau des Güterschienenverkehrs oder eines kostengünstigen öffentlichen Personennahverkehrs massiv beeinträchtigen. Dabei liegt mitunter darin der Schlüssel zu einer nachhaltigen und modernen Verkehrspolitik in Baden-Württemberg“, erklärt Hildenbrand.
„Auch hinsichtlich der Generationengerechtigkeit ist Stuttgart 21 ein fataler Fehler“, meint Jonas Közle, Beisitzer im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg und wohnhaft in Stuttgart. „Unsere Stadt muss auch für kommende Generationen lebenswert sein und eine jahrzehntelange Großbaustelle trägt dazu sicher nicht bei“, fügt Közle hinzu. „Auch die unabsehbaren Mehrkosten, die während des Baus sicher noch entstehen, werden von der jungen Generation geschultert werden müssen. Deshalb darf der friedliche Protest – insbesondere der Jugendlichen sowie aller anderen BürgerInnen in Stuttgart – nicht länger missachtet werden“, meint Jonas Közle abschließend.
Baubeginn hin oder her – unser Ziel bleibt klar:
Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg will das Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21 stoppen!

